Suchen, Finden, Festhalten – Christsein nach Ostern

14.04.2024

Im Gottesdienst vom 14. April 2024 in Telfs verwendete Apostel Matthias Pfützner als Predigtgrundlage eine Bibelstelle aus dem Hohelied Salomos 3, 4: „Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los.“

Wie ein roter Faden zieht sich die Geschichte von Mann und Frau in einem Garten durch die Heilige Schrift. Adam und Eva im Paradies, Sulamith und Salomo in der erwähnten Bibelstelle, Maria und Jesus am Ostermorgen. Der Bibeltext beschreibt, wie die Braut ihren Bräutigam sucht, und nicht findet, denn sie sucht auf die falsche Weise, am falschen Ort und bei den falschen Leuten.
„Entdeckt ihr etwas?" fragte der Apostel die Gemeinde. "Das ist unsere Geschichte mit Gott! Wie schnell geht es, dass wir fragen: ‚Herr bist Du überhaupt da?‘ Wir suchen ihn und finden ihn nicht. Dass die Braut ihn nicht findet, bedeutet aber nicht, dass er nicht existiert oder dass er sie nicht lieben würde, sondern nur, dass sie weitersuchen soll. Auch wir sind auf der Suche nach Gott, erfüllt von der Sehnsucht nach Liebe. Die Erfahrung der Braut ist unsere Realität. Aber wir müssen aufstehen, die gewohnte und bequeme Umgebung verlassen, und selbst suchen, statt dies an andere zu delegieren.“

Wer sucht, der wird finden – das ist nicht nur biblisches Versprechen, sondern vielfache persönliche Erfahrung. Und so beschreibt die kleine Geschichte aus dem Alten Testament das Christsein nach Ostern. Wir sollten, so der Aufruf des Apostels, nicht in der Traurigkeit und Mutlosigkeit des Karfreitags stehen bleiben, sondern die Perspektive wechseln und das Licht des Lebens suchen. Wer dieses Licht in Christus gefunden hat, der hält es fest und lässt es nicht mehr los.

Diakonin Seifriedsberger aus Jenbach und Priester Andreas Brantner vertieften in weiteren Predigtbeiträgen die Impulse des Apostels.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls ordinierte der Apostel Schwester Sandra Fürtbauer und Bruder Andreas Fürtbauer ins Diakonenamt für die Gemeinde Telfs. Er erinnerte die beiden neuen Geistlichen an den Sendungsauftrag Jesu, an dem sie nun partizipieren sollen.

Der Chor unterstützte mit einem ausgewählten Musikprogramm aus Liedern und Instrumentalstücken stimmungsvoll den Gottesdienst und im Anschluss blieb noch ausreichend Zeit, um bei Kaffee und Kuchen Gedanken zur Predigt auszutauschen und die Gemeinschaft zu erleben.

N. Röthling