Für die Predigt verwendet der Apostel das Bibelwort aus 2. Korinther 12, einen Teil aus Vers 9: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Apostel Domenig verweist darauf, dass das auch für Jesus gegolten hat. Zuerst sind alle begeistert von dem, was Jesus macht, dann aber ändert sich das bis hin zum Ruf: kreuziget ihn. Apostel Paulus geht es ähnlich. Obwohl das Apostolat abgelehnt wird und er zudem noch körperlich schwach ist, gründet er Gemeinden. Er bittet Gott, die körperliche Schwäche von ihm zu nehmen, um mehr leisten zu können. Gott gibt ihm zur Antwort, dass ihm seine Gnade genügen solle. Beide, Christus und Paulus, leiden. Beide bitten Gott, sie aus dem Leid zu führen. Beide unterstellen sich aber dem Willen Gottes. Apostel Domenig hebt hervor, dass auf dieser Unterstellung gegenüber Gott der Segen liege und sich die Kraft Gottes offenbare. Gott sagt uns in unserem Leid: setz dich trotzdem für mich ein, engagiere dich trotzdem für mich. Die Kraft Gottes, so fährt der Apostel fort, mache uns selig. Wir sollen keine falsche Demut und falsche Bescheidenheit haben und sagen: das kann ich nicht, das schaffe ich nicht. Der Apostel gibt den Rat, uns bewusst zu machen, dass denen , die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (Römer 8, 28.). Anstatt Gott darum zu bitten, uns vor etwas zu verschonen, sei vielmehr um die Kraft Gottes zu beten, es tragen zu können. Der Apostel veranschaulicht das bildlich und erinnert sich an den Holunderstrauch im Garten seiner Verwandten. Der Strauch wird stark beschnitten und sieht danach erbärmlich und furchtbar aus. In seinen Wurzeln habe er aber die Kraft, dadurch wunderschön zu wachsen, grosse Blüten zu bilden und viele Beeren zu tragen.
Im Weiteren regt der Apostel an, keine Energie dadurch zu verlieren, den eigenen Weg in Frage zu stellen. Er bezieht sich dabei auf die Aussage von Sirach: « Man darf nicht sagen: Was ist das, was soll das» (Sirach 39, Teil 9.). In der Trübsal sei es besser, Gott um Kraft zu bitten. Darauf liege der Segen. Es werde einfacher, so der Apostel, ganz auf Gott zu vertrauen.
Text: wh Bilder: sk