Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!

17.05.2025

Die Aussage «Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt» in Hiob 19,25 ist ein kraftvolles Bekenntnis mitten im Leid: Trotz aller Not hält Hiob an Gott fest – oder gerade deswegen. Was das für unseren Glaubensalltag bedeuten kann, erläuterte Priester Jürgen Kätzler im Gottesdienst am 17.05.2025 in Lienz in Osttirol.

Jeden ersten und dritten Samstag im Monat finden in einem angemieteten Lokal in Lienz in Osttirol Gottesdienste statt. Priester Jürgen Kätzler aus der Kirchengemeinde Reutte reiste zusammen mit einer Diakonin und einem Diakon nach Lienz und leitete dort den Gottesdienst. Grundlage dieses Gottesdienstes war die oben zitierte Aussage aus Hiob 19, Vers 25: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt!

Inmitten tiefster Not, als alles um ihn zusammenbricht, spricht Hiob hier ein gewaltiges Bekenntnis. Priester Kätzler erläuterte, dass das «Aber» am Beginn dieser Aussage entscheidend ist, denn es bedeutet: auch wenn gerade nichts gut läuft, auch wenn alles dagegenspricht, trotzdem oder gerade deswegen halte will ich an Gott festhalten. Der Priester übertrug die einzelnen Punkte aus dem Bibelvers in den Alltag:

  • Hiob spricht nicht über jemand anderen – es geht um ihn selbst. „Ich“ – das macht deutlich: Gott sieht dich, deine Lage, deine Fragen, deine Schmerzen. Du bist nicht egal, du bist im Blickpunkt Gottes. Er hört dich und kennt dich.
  • Wenn Hiob sagt: „Ich weiß“, dann ist das mehr als Hoffnung – es ist Gewissheit, aus einem Gespräch mit Gott geboren. Können wir das auch sagen? Glaube darf zur Zuversicht werden. Nicht irgendwann, sondern jetzt.
  • „Mein Erlöser“ – das ist persönlich. Hiob vertraut darauf, dass jemand ihn loskauft, herauszieht, für ihn einsteht. Auch wenn wir vieles nicht verstehen – wir haben einen Erlöser. Die Frage ist: Wie sieht meine Beziehung zu ihm aus?

Dieser Erlöser lebt und handelt – damals wie heute. Ostern gilt noch immer, auch heute. Hiob glaubte nicht an einen fernen Gott, sondern an einen lebendigen Retter. Das verändert alles.

Von Hiob dürfen wir lernen, dass wir mit allem – auch mit unserem Unmut und unseren Klagen – zu Gott kommen dürfen und dass wir erkennen können: die Hilfe kommt, mein Erlöser lebt.

In ihren Predigtbeiträgen bestärkten die Diakone dieses Vertrauen in den Erlöser, gerade auch in Phasen der Not, des Zweifels, der Trauer und der Ungewissheit. 

Priester Kätzler machte auch besonders auf die Feier des Heiligen Abendmahles aufmerksam: Jesus Christus ist in Brot und Wein präsent. Der Auferstandene lebt und ist im Heiligen Mahl gegenwärtig. Wenn wir die Hostie zu uns nehmen, ist das Leben und die Kraft des Auferstandenen, welche Jesus zusagt, auch heute schon in uns spürbar.

Die Station Lienz in Osttirol wird von der Kirchengemeinde Innsbruck aus betreut. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Südtirol. Zur Freude der am Gottesdienst Teilnehmenden wurden Teile der Liturgie in Italienisch gesprochen.