Die Kinder wurden vom Dienstleiter, Evangelist Roland Kannappel, dazu ermutigt, ihre Ängste auf einen Zettel zu schreiben und an den improvisierten Altar auf der Bühne der Sporthalle in Tenniken zu kleben. Die Antworten konnte man grob in zwei Kategorien einteilen:
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Furcht vor Spinnen, wilden Tieren, Feuer und Gewalt als Angst vor realen Gefahren
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Furcht vor ungewissen, neuen und unplanbaren Dingen, Krankheiten, Prüfungen, ausgeschlossen zu werden, Dunkelheit und Phantasiegestalten als nicht direkt greifbare Gefahren
Es wurde darauf hingewiesen, dass Angst haben zwar uncool, aber ganz normal ist, und dass Angst und dann ein Zögern, Weglaufen, oder vorsichtiges Handeln manchmal überlebenswichtig sind.
Dann spielten die Kinder die Begebenheit nach, als Jesu mit den Jüngern über den See fuhr und bei Sturm schlief. Die Jünger hatten alle Angst, doch Jesus war ruhig und konnte – weil er Gottes Sohn war – den Sturm stoppen. Wenn man sich mit seinen Ängsten an Jesu wendet, wird er helfen.
Ein Kind erzählte die Geschichte von einem kleinen Jungen, welcher sich ohne zu zögern von einem Seiltänzer in einer Schubkarre über ein hohes Seil schieben liess. Er war der einzige Freiwillige aus der Zuschauermenge, welcher sich dazu bereit erklärt hatte. Als er auf der anderen Seite ankam, wurde er gefragt, ob er keine Angst gehabt hätte. „Nein, der Seiltänzer ist ja mein Vater." Vertrauen bedeutet für uns Gotteskinder, unserem himmlischen Vater auch etwas zuzutrauen.
Dass man mit Gottvertrauen seine Ängste besiegen kann, wurde im bekannten Beispiel von David gegen den augenscheinlich stärkeren Goliath besprochen. David hatte Gottes Hilfe schon mehrfach erlebt und nahm aus diesen Erfahrungen so viel Gottvertrauen, dass er wusste, dass Gott ihm helfen würde. Denn schliesslich kämpfte David nicht für sich, sondern für die Sache Gottes („Ich aber komme im Namen des Herrn“).
Die Wichtigkeit des Vertrauens wurde auch in einem kleinen Spiel dargestellt. Kinder mussten mit verbundenen Augen den Anweisungen anderer vertrauen ... was sie anfangs zögerlich, doch nach den erlebten positiven Ausgängen immer mutiger taten. Erfahrung schafft Vertrauen.
Der mitwirkende Priester Adrian Ponzer ging auf Petrus ein, der Jesus in vollem Vertrauen auf dem Wasser laufend entgegengehen konnte. Als er aber seinen Blick von Jesus abwendete, kam die Angst und er sank. Jesus reichte ihm die Hand und rettete ihn. Er war nicht böse, dass Petrus plötzlich gezweifelt hatte. Auch wenn wir Gottes Hilfe schon oft erlebt haben, kann es sein, dass wir trotzdem wieder Angst haben. Der Liebe Gott reicht uns seine Hand und liebt uns trotz unserer Zweifel.
Für viele Kinder aus eigenem Erleben bekannt ist die Vorgehensweise bei Angst in der Nacht: Man verlässt das eigene Bett und schleicht sich zu den Eltern ins Bett – ohne Licht zu machen, denn man weiss ja, dass sie da sind, und legt sich voller Vertrauen zwischen sie. Dann verschwindet die Angst. Genau so kann man sich auch im Gebet an Gott wenden. Obwohl man ihn nicht sieht, weiss man, dass er ist da ist und nach dem Gebet wird man ruhiger.
Mit der Geschichte eines kleinen Vögelchens im Gewitterregen wurde ein weiterer Aspekt unseres Glaubens und der Umgang mit Ängsten aufgezeigt. Das Vögelchen hatte Angst im Gewitterregen und versteckte sich. Ob es jemals seine Eltern wiedersehen würde? Aber es erinnerte sich daran, dass die Eltern ihm beigebracht hatten, dass nach jedem Regen der Sonnenschein kommt und plötzlich hatte es die Hoffnung auf Errettung. Halten wir fest an der Hoffnung, dass Gott uns immer helfen wird.
Der Gottesdienst wurde mit viel Gesang umrahmt und das anfangs vorgelesene Bibelwort aus Psalm 56, 4 «Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.» konnte mit anschaulichen Beispielen für Alt und Jung greifbar gemacht werden.
Bericht: dte, Fotos: mst