Am Sonntag, 22. November 2020, durfte die Gemeinde Gränichen ihren Apostel willkommen heissen. Er setzte zwei langjährige, treue Amtsträger in den Ruhestand und ordinierte einen Diakon. Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort aus Johannes 16,32: «Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich alleinelasst. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.»
Das Textwort ist Teil von Jesu Abschiedsreden. Eine Vorbereitung auf das, was in Kürze geschehen sollte. Die Aussage „Ich werde euch verlassen, ihr werdet zerstreut werden!“ brachte die Jünger in Bedrängnis. Und was geschah nur wenig später? Jesus betete im Garten Gethsemane, die Jünger schliefen ein und er war alleine; Jesus wurde verhaftet und seine Jünger waren nicht bei ihm; Petrus verleugnete seinen Meister; nach Jesu Opfertod gingen zwei Jünger Richtung Emmaus davon.
Gottes Sohn und seine Jünger wurden zerstreut, waren nicht im Einssein beieinander. Aber waren sie alleine? Nein. Jesus wusste, sein Vater ist da und sorgt für ihn! In Gethsemane hat er ihm einen Engel gesandt; auf dem Weg zur Kreuzigung half ihm Simon von Kyrene, das Kreuz zu tragen; Gott gab seinem geliebten Sohn durch den heiligen Geist die Kraft für alle Menschen das Opfer zu bringen. Dank Gottes Liebe hat Jesu die Welt überwunden.
Und heute? Zerstreuung hat zweifelsfrei an Bedeutung gewonnen. Wir kommen dadurch auch in Bedrängnis. Viele Menschen leben in Isolation. Manche können und andere wollen den Gottesdienst nicht besuchen. Es gibt viele äussere Bedingungen, die durchaus als Ausrede dienen können. Diese wollen uns jedoch vom Herrn wegführen.
Der Heilige Geist warnt auch heute vor Zerstreuung. Wer an Gott glaubt, ist Bedrängnissen ausgesetzt. Es gilt sich für oder gegen Jesus zu entscheiden. Das braucht Kraft und geht nicht ohne Anstrengung.
Aber wir dürfen getrost sein, denn der himmlische Vater ist da, wir sind nicht alleine, er sorgt für uns; wir haben in ihm einen Felsen, der Sicherheit, Hoffnung und Zuversicht bietet; der Heilige Geist lehrt uns Nächstenliebe und rät uns, in Gemeinschaft zu bleiben und das Heilige Abendmahl wertzuschätzen.