Wie Gott zu finden ist

07.09.2024

Dies war das Thema der Gedanken zum Sonntagsgottesdienst am 8. September 2024. Die neuapostolischen Christen des Kirchenbezirkes Wien spürten dieser Frage bereits einen Tag zuvor in der katholischen Konzilsgedächtniskirche Lainz-Speising in Wien nach.

Der Leiter der katholischen Pfarre, Pater Stefan Hengst SJ hatte die Kirche in ökumenischer Gastfreundschaft Bezirksevangelist Christoph Black für einen Bezirksgottesdienst zur Verfügung gestellt. 
Darauf bezog Bezirksevangelist Black sich auch in seiner Predigt, wenn er die vielfältigen Gründe zur Dankbarkeit darlegte:

  • Dankbarkeit für den Gastgeber, der Herberge gibt
  • Dankbarkeit für alle Arbeit, die getan wurde, um diesen Gottesdienst vorzubereiten 
  • Dankbarkeit für den Gesang und die Musik, welche den Gottesdienst mitgestalten
  • Dankbarkeit für all die Glaubensgeschwister, die gekommen sind, um Gott zu begegnen, ob sie nun ihre Erwartungen, Fragen, Sorgen oder ihre Freude mitgebracht haben
  • Dankbarkeit dafür, dass wir stets darauf vertrauen dürfen, dass Gott für uns da ist

Auch die Verse 11 und 12 aus dem Alten Testament, aus dem 1. Buch der Könige 19 gehen mit dem Erleben des Propheten Elia darauf ein, wie oder wo Gott zu finden ist: «Der Herr sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.»

Der Bezirksevangelist zog die Parallele zwischen Elia, der in seiner Verzweiflung und dank der Stärkung durch einen Boten Gottes Begegnung mit Gott suchte und den Gottesdienstbesuchern. 
Elia vollbrachte zuerst mit Gottes Hilfe Wunder, resignierte dann jedoch aus Furcht. Doch Gott blieb mit ihm, zeigte ihm zuerst seine Allmacht in den Wundern der Natur und wandte sich dann in der Stille, im «stillen, sanften Sausen» zu. So konnte Elia vor Gott klagen, sein Herz ausschütten sowie in der Folge Kraft und Mut für weitere Aufträge erhalten. 

«Auch uns steht es frei, unsere Klage und unseren Schmerz vor Gott zu bringen und gestärkt zu werden. Seien wir dankbar und bemerken wir das Gute!»Dazu ist es nötig, Gott bewusst einzuladen, die Stille zu suchen. Ob dies beim Lesen der Bibel, in den Sakramenten, im Gottesdienst, in der Gemeinschaft und der Hinwendung zum Nächsten, im Handeln mit und für Gott geschieht, ist individuell. Die Richtung hin zu Gott und die Sehnsucht nach ihm sind wichtig und machen Begegnung mit ihm erlebbar.

Nach dem Bußteil machte Bezirksevangelist Black auf die Architektur der Kirche in Lainz aufmerksam, welche den Ort der Wortverkündigung, den Ambo sowie den Tisch für die Mahlfeier, den Altar trennt: «Das ermöglicht ein auch äußerlich sichtbares Beiseitetreten, ein Verlassen des liturgisch Gewohnten, der Predigt und den Eintritt in andere Dimension, in die Mahlfeier mit Jesus.» 

Im Anschluss an den Gottesdienst wandte sich der Hausherr, Pater Hengst an die Gottesdienstbesucher: «Danke, dass Sie da waren! Sie erfüllten das Haus mit Ihrem Geist und ihrer Liebe zum Herrn. Es gibt nicht falsch, nur richtig, wenn der Herr gepriesen wird in Gebet, Wort und Sakrament. Sie lobten Gott, das ist gut. Und es war gut und richtig, dass sie heute da waren und in diesem Haus Gottes gefeiert haben. Kommen sie gerne wieder.»